5. Oktober 2015

[Rezension] Lolita - Vladimir Nabokov










Titel: Lolita
Autor: Vladimir Nabokov
Seitenzahl: 508
Verlag: rororo
Originaltitel: Lolita

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Klappentext:
Der vielumstrittene, längst zu Weltruhm gelangte und zweifach verfilmte Roman einer tragischen Pasion: Ein Vierzigjähriger verfällt dem grazilen Zauber einer kindlichen Nymphe und erfährt die Liebe als absolute Macht über Leben und Tod.


Meine Meinung:
Dieser Roman ist nicht ohne Grund so stark umstritten, denn er behandelt ein Thema das sich über die Jahre hin weg als absolutes Tabu in der Gesellschaft etabliert hat: das Verlangen eines Erwachsenen nach einem jüngerem Kind. Später wurde dieses Verhalten sogar durch den Titel des Romans geprägt und klassifiziert als Lolitakomplex. Es ist also verständlich wieso Nabokov in den 1950er Jahren mehrere Verlage anschreiben musste um endlich einen zu finden, der sein Buch verlegt.

Humbert Humbert ist der Protagonist in unserem Buch, ich habe während des gesamten Buches nur bedingt verstanden was genau er eigentlich beruflich macht. Mal unterrichtet er an der Universität, dann ein anderes Mal unternimmt eine Forschungsreise in den kalten Norden. Aber für die Handlung entscheidend ist nichts von dem. Was wir von Anfang wissen ist, dass er dieses Buch rückblickend schreibt, in einer Gefängniszelle. Wieso er dort einsitzt ist uns als Leser noch unklar, und das fand ich sehr interessant, denn man denkt ja, dass er wegen der Verführung  Lolitas einsitzt, aber immer wieder kommen dem Leser zweifel, ob das überhaupt der Fall ist.

Von einem ganz anderem Schlag ist Lolita. Sie lernen wir erst später im Buch kennen, da Humbert Humbert noch einige Schritte auf seinem Weg brauch um zu ihr zu gelangen. Lolita war für mich von Anfang ein sehr schwierige und interessanter Charakter. Das Problem bei der Einschätzung ihrer Person liegt darin, das wir sie nur mit den Augen von Humbert Humbert sehen, und keine allgemeine Sicht haben. So wirkt sie frech, offen, freischnäuzig, zickig und aufbrausend. Ihr Schicksal ist das was den Leser am meisten berührt und fassungslos zurück lässt.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil bezieht sich darauf, wie Humbert Humbert und Lolita "zusammenfinden" und ihre Reise starten. Der zweiten Teil stellt dann eher die Katastrophe des ganzen dar, also wie das Blatt sich wendet, aber ich möchte nicht  zu viel verraten.

Rückblickend muss ich sagen, dass mir dieses Buch wirklich gefallen hat, und es unglaublich interessant war in die Geschichte einzutauchen. Wie der Protagonist unser Weltbild mit seinem verschiebt und so die Beziehung als legitim interpretiert, laut ihm gab es ja auch im Altertum Beziehungen zwischen jungen Mädchen und erwachsenen Männern, und es sei sowieso Ansichtssache ab wann man als Erwachsen gilt. Zudem ist die Geschichte unglaublich facettenreich, wir erleben so viel und machen einige Stationen und Jahressprünge mit. Zum Schluss sei noch gesagt, dass auch der Schreibstil angenehm zu lesen war, und gut verständlich.


Fazit:
Nicht ohne Grund ist dieses Werk ein vielumstrittener Klassiker. Obwohl unsere Generation dieses Art der Beziehung ablehnt beobachten wir fasziniert und interessiert wie der Protagonist sich in Lolita verliebt. Durch die vielen Stationen innerhalb der Geschichte verliert das Buch nie an Spannung oder Unterhaltungswert. Von mir gibt es eine Leseempfehlung, an diejenigen, die auch mal ein solchen verruchten Klassiker widmen wollen.





Kommentare:

  1. Hey Piglet!
    Ein toller Post. Ich freue mich darauf, am Samstag mit dir darüber diskutieren zu dürfen. ;)
    Nur eine Anmerkung: Ich glaube, dass Humbert gleich im ersten Kapitel des ersten Teils den Grund seiner Inhaftierung nennt.

    Wir sehen dann bei einem Kaffee am Samstag :)

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  2. Tolle Rezi! :)
    Ich habe dieses Buch vor ca. einem Jahr gelesen und mir hat es auch total gut gefallen! *-*
    Eigentliche bin ich nicht der Typ der Klassiker liest, doch vor allem wegen der Thematik (ich habe eine kleine Schwäche für Tabu-Themen^^), habe ich mich dann doch herangewagt :D
    Liebste Grüße, Elli

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  3. Das Buch an sich hört sich ganz interessant an. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nichts von dem Buch gehört habe *shameonme*, aber ich werde es mir auf jeden Fall mal merken!
    Liebst, Emme ♥

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